Ein weltklasse Katalog, den ausgerechnet ChatGPT nicht lesen darf.
LUSINI ist kommerziell stark (50.000+ Artikel, fünf Eigenmarken, tausende echte Bewertungen, ein umfangreicher deutscher Wikipedia-Artikel), aber diese Substanz wird von wenigen, hebelstarken Struktur-Defekten zunichtegemacht. Das grundlegendste Problem sitzt ganz vorne in der Pipeline: der Shop ist für KI-Crawler gesperrt.
Methode: 15 Kaufentscheider-Prompts (unbranded und branded) in 6 Sprachmärkten per API an drei Mainstream-Modelle (GPT-5.5, Claude Sonnet 4.6, Gemini 2.5 Flash), 540 Antworten aus zwei unabhängigen Messläufen (Reproduzierbarkeit 98 %, temperature = 0), plus direktes Crawling / Triangulation für Technik-, Struktur- und Entitäts-Befunde (der Live-Shop ist Cloudflare-geblockt, daher über robots.txt, Corporate-Site, Wikidata und Suche trianguliert).
Reifegrad je Hebel.
Das Y1-Periodensystem ordnet die Stellhebel der KI-Sichtbarkeit den vier Pipeline-Stufen zu, jedes Element nach LUSINIs Reifegrad eingefärbt. Das Muster ist ungewöhnlich: fast nichts ist gesichert „stark", ein breites orangenes Band (weil der weltklasse Katalog vorhanden, aber hinter dem Block maschinell nicht verifizierbar ist) und neun harte Schwächen, konzentriert auf die Fundamente: selektiver Crawler-Zugang, Entitätsgraph, llms.txt, Zitierfähigkeit.
Was die Färbung trägt (Evidenz)
| Element | Reife | Befund |
|---|---|---|
| B3 AI-Crawler-Accessibility | teilweise | robots.txt erlaubt alle Bots, aber die Cloudflare-Edge filtert selektiv per UA (live getestet, mehrfach über mehrere URLs): ClaudeBot und Google-Extended kommen durch (200), GPTBot, OAI-SearchBot, PerplexityBot und CCBot werden mit 403 · cf-mitigated: challenge abgewiesen. Der Katalog ist damit für Anthropic und Google-Training erreichbar, für OpenAI/ChatGPT, Perplexity und CommonCrawl aber nicht. Rest-Vorbehalt: Cloudflare verifiziert Bots per IP, ein echter GPTBot aus verifizierter IP könnte anders behandelt werden, das selektive UA-Muster macht die Sperre aber wahrscheinlich |
| C2 Wikidata-Entity | schwach | Q17539735 existiert, beschreibt aber noch die alte „E.M. Group": Website em-group.de, altes Logo, ~10 Statements, keine Branche, keine Eigenmarken. Der kanonische Maschineneintrag kennt den Namen LUSINI nicht |
| C1 Wikipedia | teilweise | umfangreicher DE-Artikel (Umsatz, Historie, alle fünf Marken) plus SV-Artikel, aber kein englischer Artikel, obwohl EN-Storefront und US-Entität existieren |
| C4 Entity Disambiguation | schwach | „Lusini" ist ein häufiger italienischer Nachname, „VEGA" kollidiert stark (Stern, Auto, Krypto), verstärkt durch den veralteten Wikidata-Anker |
| B2 llms.txt | schwach | 404, kein kuratierter maschinenlesbarer Einstieg, der den Block kompensieren würde |
| C6 Review- & Rating-Data | stark | Trustpilot + Trusted Shops mit tausenden Bewertungen über die Locales (750 DE, 262 CH, 171 AT …), echtes Drittanbieter-UGC und für LLMs sichtbar |
| B5 De-Duplication & Canonical | stark | pfadbasierte /{lang}-{country}/-Locales, nationale ccTLDs per 301 konsolidiert, 16 deklarierte Sitemaps, lehrbuchmäßig |
Kern-Ironie: LUSINIs 50.000-Artikel-Katalog und die redaktionellen Ratgeber (Küchenbrigade-Glossar, Material-Kaufberatung) sind inhaltlich stark, bleiben aber für OpenAIs GPTBot, Perplexity und CommonCrawl hinter der Cloudflare-Challenge, während ClaudeBot und Google-Extended durchkommen. Ausgerechnet die größte KI-Antwortfläche (ChatGPT) sieht den Katalog nicht. Die Sichtbarkeit scheitert am Edge, nicht am Content.
Wo LUSINI auftaucht, und wo nicht.
Aus 540 Antworten (zwei Messläufe), getrennt in unbranded (432 neutrale Kaufberatungs-Antworten, misst Entdeckung) und branded (108 Antworten, wo eine LUSINI-Marke im Prompt steht). Wichtig zur Interpretation: bei zwei der drei branded-Prompts steht „LUSINI" bereits in der Frage, das Modell wiederholt den Namen also zwangsläufig. Diese branded-Nennung ist ein Name-Echo, kein Sichtbarkeits-Signal. Für eine Dachmarke mit noch geringer Bekanntheit ist unbranded die entscheidende KPI: wer LUSINI nicht kennt, tippt es auch nicht ein.
LUSINI-Nennung nach Prompt-Typ
| Prompt-Typ | Nennungsanteil | Wert |
|---|---|---|
| Unbranded · Kaufberatung (Discovery) | 10 % | |
| Branded · VEGA im Prompt → LUSINI-Link (l14) | 11 % |
Bewusst nicht abgebildet: die zwei branded-Prompts, die „LUSINI" selbst nennen (l03, l12). Dort wiederholt das Modell den vorgegebenen Namen per Konstruktion zu ~100 % (72/72), ein tautologisches Echo, kein Sichtbarkeitswert. Der einzig aussagekräftige branded-Prompt fragt nach der Sub-Marke VEGA und verknüpft sie nur zu 11 % mit LUSINI, ein Beleg für die maschinell unlesbare Markenarchitektur. Belastbar als Sichtbarkeit bleibt allein unbranded.
Eigenmarken-Sichtbarkeit (unbranded)
| Eigenmarke | Share of Voice | Kategorie |
|---|---|---|
| VEGA | 16 % | Porzellan / Glas / Besteck |
| ERWIN M. | 4 % | Textil / Tischwäsche |
| JOBELINE | 2 % | Berufsbekleidung |
| PULSIVA | 0 % | Value-Linie |
Auch organisch (unbranded) wird die Sub-Marke VEGA (16 %) häufiger genannt als die Dachmarke LUSINI (10 %). Die bekannteste Einheit im Portfolio ist nicht der Absender, sondern eine seiner Marken, ein Awareness-Defizit der jungen Dachmarke.
Wettbewerber · Share of Voice in der Kaufberatung (unbranded), sortiert
| Anbieter | Share of Voice | Kontext |
|---|---|---|
| Metro / Makro | 40 % | generische Default-Antwort (Cash-and-Carry) |
| Amazon | 32 % | generische Default-Antwort (kein HoReCa-Spezialist) |
| Villeroy & Boch | 19 % | Hersteller-Ebene, VEGA-Konkurrenz |
| Arcoroc | 18 % | Glas-Hersteller (Arc) |
| Bauscher | 13 % | Hotelporzellan-Hersteller |
| Schönwald | 12 % | Hotelporzellan-Hersteller |
| LUSINI | 10 % | hinter Metro, Amazon und den reinen Porzellan-Herstellern |
| GastroHero | 6 % | B2B-Gastrohändler |
| GGM Gastro | 4 % | B2B-Händler, Marktführer-Narrativ |
Nur die neutrale Kaufberatung (unbranded) erlaubt einen fairen Wettbewerbsvergleich, hier konkurrieren alle Anbieter zur selben offenen Frage. Eine branded-Spalte zeigen wir bewusst nicht: die branded-Prompts drehen sich um LUSINI/VEGA und verzerren jedes Wettbewerber-Signal, Amazon und Metro erscheinen dort mit 0 %, nur weil die LUSINI-zentrierten Fragen sie nicht einladen, GGM und GastroHero mit 33 %, nur weil ein Vergleichs-Prompt sie namentlich nennt.
Discovery-Heatmap · LUSINI unaufgefordert genannt (unbranded), Modell × Sprache
| Modell | DE | EN | FR | IT | ES | NL |
|---|---|---|---|---|---|---|
| OpenAI | 71 % | 25 % | 12 % | 17 % | 0 % | 8 % |
| 42 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| Anthropic | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % |
Helleres Pink = häufiger unaufgefordert genannt (gepoolt über 2 Messläufe, n=24 je Zelle). Die Discovery lebt fast nur im deutschen Heimmarkt und fast nur bei OpenAI (DE 71 %). Google zeigt LUSINI nur auf Deutsch (42 %), sonst nie; Anthropic nennt es in keiner Sprache unaufgefordert. International (ohne DE) landet LUSINI bei 4 %. Die Discovery-Lücke ist also robust und modell- wie sprachübergreifend, nicht der Effekt eines einzelnen Modells.
KI-Faktencheck · wird LUSINI korrekt dargestellt?
Getrennt von der Sichtbarkeit: wenn ein Modell LUSINI überhaupt bespricht (145 Antworten), wie korrekt und wohlwollend ist das Bild? Bewertet von zwei unabhängigen KI-Judges (GPT-5.5 und Claude Sonnet) gegen die Audit-Fakten. Der Ton ist fast durchweg positiv, die Modelle empfehlen LUSINI, wenn sie es kennen. Das Problem sind die Fakten.
| Modell | Faktenfehler-Quote | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| OpenAI | 4-44 % | weitgehend korrekt |
| Anthropic | 25-83 % | verortet LUSINI in Siena/Italien, gegr. 1967 (real: Wertingen, 1987), Nachnamen-Kollision |
| 77-100 % | „LUSINI ehemals VEGA / ERWIN M. / JOBELINE", Eigenmarken als angebliche frühere Firmennamen |
Beide Judges sind sich über die Rangfolge einig: Google weitaus am fehleranfälligsten, dann Anthropic, OpenAI am saubersten. Die Spannen (untere Grenze = beide Judges einig, obere = strengerer Judge; Judge-Übereinstimmung 61 %) heißen: die absoluten Werte sind Näherungen, die Rangfolge ist belastbar. Wichtig: das sind keine Meinungen, sondern falsche Fakten, und sie treffen genau die im Audit benannten Schwächen, veralteter Wikidata-Eintrag, Nachnamen-Kollision, unlesbare Markenarchitektur. Die Entity-Maßnahmen (Paket 2 + 3) korrigieren damit nicht nur die Sichtbarkeit, sondern auch dieses Bild. (Hinweis: OpenAI bespricht LUSINI oft freiwillig und kennt es, Google und Anthropic fast nur, wenn der Prompt den Namen vorgibt, und raten dann.)
Von der Diagnose zu Hebeln.
Priorisiert nach Fundamentalität: die Pakete setzen an den 9 schwachen Elementen und den wichtigsten der 21 teilweisen an. Der mit Abstand grundlegendste Hebel steht bewusst zuerst, denn ohne Crawler-Zugang für OpenAI, Perplexity und CommonCrawl wirkt kein anderer, auch nicht der beste Content.
- kritisch Die blockierten KI-Crawler auf die Cloudflare-Allowlist nehmen: GPTBot und OAI-SearchBot (OpenAI/ChatGPT), PerplexityBot und CCBot (CommonCrawl) erhalten heute
403 · cf-mitigated: challenge, während ClaudeBot und Google-Extended bereits durchkommen. Sie aus der Managed Challenge / dem AI-Bot-Block ausnehmen. Verifizieren: Seiten mit den jeweiligen Bot-User-Agents abrufen und200statt403bestätigen. - kritisch Erst dadurch werden Katalog (50.000 SKUs), Kategorien und die redaktionellen Ratgeber überhaupt ingestierbar, samt der bereits vorhandenen Produkt-Specs und Schema-Daten (B1/A5/A7/D4). Nichts anderes in Stufe 1 wirkt, solange dieser Block steht.
- kritisch Wikidata Q17539735 vom Altstand „E.M. Group" auf LUSINI aktualisieren: Label, offizielle Website, Logo, Branche, Gründer, HQ Wertingen, sowie
owner of→ VEGA / ERWIN M. / JOBELINE / PULSIVA / V-Touch (Sub-Marken als eigene Items anlegen und verknüpfen), dazu LEI/GLEIF und LinkedIn. Billigster Hebel mit der größten Wirkung, repariert Disambiguierung, Architektur-Lesbarkeit und Namenskonsistenz auf einen Schlag. - hoch Englischen Wikipedia-Artikel anlegen (DE-Artikel portieren und belegen). Im Englischen liegt das meiste LLM-Trainingsgewicht, EN-Storefront und US-Entität rechtfertigen die Relevanz (C1).
- mittel Nachnamen- und VEGA-Kollision entschärfen: konsistentes „LUSINI" mit Kontextankern (Gastro/HoReCa/Wertingen) über alle Erwähnungen, Legal-Entity-Namen konsolidieren (C4/C3).
- hoch llms.txt veröffentlichen, kuratierter Einstieg zu Marken-, Corporate- und Kategorieseiten, als kompensierender Eingang für den historischen Block (B2).
- hoch Organization- und Brand-JSON-LD auf Shop und dem unblockierten Corporate-Site ausspielen, inkl.
brand/subOrganization-Relationen, kodiert die Beziehung LUSINI→VEGA maschinenlesbar (B7/C4). - mittel Öffentlichen, maschinenlesbaren Produkt-/Preis-Feed für Agenten bereitstellen, damit die Sortimentsbreite AI-legibel wird statt hinter der Shop-Wand zu stranden (B8).
- hoch Drittanbieter-Co-Citation gewinnen. Heute besetzen GGM Gastro („Marktführer") und GastroHero („beste Sichtbarkeit") das Narrativ, LUSINI deklariert sich meist selbst. Platzierung in DE/EN-„Beste HoReCa-Lieferant / Beste Restaurant-Ausstattung"-Listen, Fachmedien und Vergleichs-Content anstoßen (A8/A6/C7).
- mittel Redaktionelle Ratgeber mit Quellenangaben und direkten Definitionen versehen, damit die Claims zitierfähig werden (A6).
- hoch Die starke Trustpilot-/Trusted-Shops-UGC als AggregateRating/Review-Schema ausspielen. Heute vorhanden, aber nicht als maschinenlesbares Signal exponiert (C6).
- mittel Zertifizierungen und Auszeichnungen datiert und maschinenlesbar auszeichnen (C8/A8).
- retainer Diese Messung fortlaufend fahren (Modelle × Sprachen × Kategorien über Zeit) als Wirkungsnachweis, besonders um den Effekt der Crawler-Freigabe messbar zu machen, sobald der Katalog ingestiert wird.